Furchenbiene entdeckt

Das Insekt galt als ausgestorben

Von Anton J. Seibbiene1

In Mittelhessen galt sie als ausgestorben, die Lasioglossum pauperatum, die zur Art der Furchenbienen gehört. Das ist eine schwarze, eher unscheinbare Biene, fünf bis sechs Millimeter lang. Solche kleinen Wildbienenarten sind für die Bestäubung in der Natur von besonderer Bedeutung. Sie füllen Lücken, die von den großen Honigbienen und Hummeln nicht besetzt werden können. In Hessen war jüngst nur noch ein einziges Tier an einem aufgelassenen Trockenmauerweinberg bei Lorch im Rheingau gefunden worden.

Furchenbiene entdeckt

Ein ausgestorben geglaubtes Tier entdeckt man nicht alle Tage. Doch Daniela Warzecha, Doktorandin an der Professur für Tierökologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), machte während ihrer von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Promotionsarbeit einen aufregenden Fund: Sie entdeckte in ihrer mittelhessischen Untersuchungsregion eine Bienenart, die dort seit Jahrzehnten als ausgestorben gilt. Die Bienen treten dort sogar in überraschend großer Zahl wieder auf.

biene2
Da das nicht nur für Bienenfreunde eine kleine Sensation ist, werden die Fundorte derzeit noch geheim gehalten. „Die Vermutung liegt nahe, dass diese wärmeliebende Art zu den Klimagewinnern gehört und von der Temperaturerhöhung der letzten Jahre profitiert“, sagt Prof. Dr. Volkmar Wolters, der die Promotionsarbeit betreut. „Aber das ist natürlich noch nicht wissenschaftlich bewiesen.“ Daniela Warzecha, die sich in ihren Untersuchungen besonders auf die Blühflächen des hessischen Agrarumweltprogrammes (HIAP) konzentriert, betont die große Bedeutung ihres Fundes für den regionalen Artenschutz: „Die Anlage von Blühflachen kommt offenbar den Wildbienen zugute, denn ohne die Vermehrung geeigneter Lebensräume hätte der Klimawandel das genaue Gegenteil bewirkt.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert