Entgleisungen beim Bahn-Streik

Kübelweise FäkalspracheSchmidt

Von Jörg-Peter Schmidt

Bahnkunden lassen ihr Wut an der falschen Adresse aus und vergreifen sich dabei im Ton.

Entgleisungen beim Bahn-Streik

Viele Familien, die wegen ihrer schulpflichtigen Kinder bei der Planung auf die Ferienzeit angewiesen sind, mussten – verbunden mit Enttäuschung und Stress – wegen des Bahnstreiks ihren verdienten Urlaub verschieben oder absagen. Verständlich, dass in den vergangenen Tagen bei zahlreichen Betroffenen Enttäuschung in Ärger mündete. Die Verantwortlichen von Gewerkschaft und die Bahn, die sich bisher nicht einigen konnten, mussten sich daher heftige Kritik anhören.

Während des Bahnstreiks ist ein „Nebengleis“ entstanden: Einige Kunden lassen ihren Ärger an den Bahnmitarbeitern an den Fahrkarten-Schaltern aus und beschimpfen sie in übler Fäkalsprache. „Schade, dass es kein Auschwitz  mehr gibt,“ haben Mitarbeiter der Bahn zu hören bekommen. (Foto: Jörg-Peter Schmidt)

Während des Bahnstreiks ist ein „Nebengleis“ entstanden: Einige Kunden lassen ihren Ärger an den Bahnmitarbeitern an den Fahrkarten-Schaltern aus und beschimpfen sie in übler Fäkalsprache. „Schade, dass es kein Auschwitz mehr gibt,“ haben Mitarbeiter der Bahn zu hören bekommen. (Foto: Jörg-Peter Schmidt)

Wie aber jetzt von Fahrgästen aus dem mittelhessischen Raum zu erfahren war, haben einige Bahnkunden ihre Wut an der falschen Adresse ausgelassen und sich dabei im Ton mehr als vergriffen. Zeitweise ergoss sich kübelweise Fäkalsprache über Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahn an den Ticketschaltern. Leider ist ein solches Verhalten von so genannten freundlichen Nachbarn von nebenan nicht selten, wenn sie in unerwartete Extremsituationen geraten. Sie könnten lediglich dann an „Größe“ zurückgewinnen, wenn sie sich bei den jeweiligen Mitarbeitern an den Fahrkarten-Schaltern entschuldigen und ihre sachliche Kritik an die richten, die die Folgen des Streiks zu verantworten haben.

In keiner Weise zu entschuldigen ist allerdings, dass Bahnmitarbeiter Folgendes zu hören bekamen: „Schade, dass es kein Auschwitz mehr gibt.“ Fassungslos nimmt man zur Kenntnis, dass – wer auch immer – als Grundlage zu seiner Beschimpfung eines der Vernichtungslager wählt, in der die Nationalsozialisten Kinder und Erwachsene erniedrigten, quälten und ermordeten.

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